
Das Schicksal der erst 26 Jahre alten, aber mängelbehafteten Mensa Süd ist besiegelt: an ihrer Stelle wird bis voraussichtlich 2030 ein Neubau entstehen. Das sogenannte Sondervermögen des Bundes, von dem MV 1,92 Milliarden Euro erhält, macht das möglich. Insgesamt 150 Millionen werden davon nämlich in den Universitäten und Hochschulen des Landes investiert, inklusive 23 Millionen Euro für diesen Komplex an der Einsteinstraße (600 Millionen bekommen übrigens die Schulen in MV). Darüber informierten am 17. Juli bei einer Pressekonferenz vor Ort Mecklenburg-Vorpommerns Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD) und der Geschäftsführer des Studierendenwerks Rostock-Wismar Kai Hörig.
Während der Bauarbeiten soll ab Oktober 2027 – gegenüber auf der Fläche des derzeitigen Parkplatzes und einiger angrenzender Gartenparzellen – als Übergangslösung eine Container-Mensa ihre Arbeit aufnehmen. Angestrebt wird hier nach den Worten von Kai Hörig weiterhin die Ausgabe von 2200 Essen pro Tag, „ohne große Abstriche, was das Angebot betrifft.“
Die aktuelle Mensa sei nicht mehr lange einsatzfähig, begründete Ministerin Martin diese Investition. So musste allein die Bandspülmaschine schon mehrere Male repariert werden, die für die Funktion des Gebäudes von zentraler Bedeutung sei. Kai Hörig erwähnte zudem „bauliche und funktionale Mängel“ zu denen auch die derzeit 17 Treppen im Haus gehörten, die weder arbeitsschutzrechtlich noch in Sachen Barrierefreiheit zielführend seien. Die Rede war auch von gravierenden Feuchtigkeitsschäden.
Nach Fragen zum Wegfall der Parkplätze verwies Landtagsmitglied Julian Barlen (SPD) auf eine Petition von Anwohnern, die ihre Streuobstwiesen wieder zurückfordern würden, weil auf dem Campus zu viele Parkplätze gar nicht genutzt würden. Der „Südstern“ wies darauf hin, dass die Schrankenanlagen vor einer Vielzahl von Stellplätzen am Rande, obwohl sie offenstehen, für potenzielle Parker abschreckend wirken könnten. „Wir nehmen solche Hinweise gern auf“, erwiderte Kai Hörig und beantwortete auch die Nachfrage nach dem Umgang mit den Gartenfreunden, die sich auf der für die Container-Mensa benötigte Fläche gegenwärtig noch aufhalten: „Im Ortsbeirat habe ich darüber offen berichtet, da gab es keine Gegenrede. Wir wollen das offen und frühzeitig kommunizieren. Das ist jetzt der Zeitpunkt, wo wir die Projektsteuerung an Bord haben. Im nächsten Schritt werden wir auf diese Gartenanlage zugehen und darüber sprechen. Das man da irgendwann raus muss, ist ja geklärt. Wir brauchen auch nicht alles, aber die Planung ist noch nicht gemacht.“
Thomas Hoppe